Trainerausbildung

Aggressionen und Gewalt im Gesundheitsbereich kommen laut internationaler Studien in den letzten Jahren in einem erschreckend hohen Ausmaß vor. Sie erscheinen am Arbeitsplatz in unterschiedlichen Abstufungen, die von Beschimpfungen über tätliche Angriffe bis hin zu Morddrohungen und Mord reichen. Die Zunahme von leichten und schweren Aggressions- bzw. Gewaltvorfällen führt oft ins Burnout. Neben dem Leid für die Betroffenen ergeben sich weitreichende finanzielle Folgeerscheinungen für die Einrichtungen. Die Auseinandersetzung mit diesem Phänomen ist daher nicht nur aus ethischen, sondern auch aus wirtschaftlichen und rechtlichen Gründen (Arbeitsschutzgesetz) zwingend erforderlich.
Es sind vor allem die Bereiche Psychiatrie, Gerontopsychiatrie, Altenpflege, allgemeine Pflege sowie Aufnahme- & Notfallbereiche von Krankenhäusern betroffen.

Damit diesen Problemen angemessen begegnet werden kann, bedarf es eines umfassenden institutionellen Ansatzes, der die Gestaltung von Rahmenbedingungen, die Risikoanalyse, die Gestaltung von Organisationsabläufen, aber auch die Schulung von Mitarbeitern umfasst, also einen präventiven Charakter hat.
Um einen solchen Ansatz effektiv im Alltag zu etablieren, bedarf es im eigenen Betrieb kompetenter Mitarbeiter – Trainer und Berater im Umgang mit Aggression und Gewalt, die die Institution und die Leitung dabei beraten und unterstützen, die Kollegen schulen und Veränderungsprozesse begleiten.

[vgl. Stefan, Harald in: Österr. Pflegezeitschrift 08-09/05; Connecting, Amsterdam]

Lehrgangsziele

Die Teilnehmer

  • finden eine gemeinsame ethische Grundhaltung zu Aggression und Gewalt.
  • lernen Konfliktsituationen und aggressives Verhalten frühzeitig einzuschätzen, sowie mit bestehender Aggression bzw. Gewalt kompetent umzugehen.
  • können Kommunikations- und Deeskalationstechniken in verschiedenen Eskalationsphasen adäquat einsetzen und diese vermitteln.
  • können betroffene Personen/Teams in der Prävention und im Umgang mit Aggression bzw. Gewalt beraten und unterstützen.
  • werden befähigt Basiskurse in Aggressions- und Sicherheitsmanagement (in der eigenen Einrichtung) durchzuführen.
  • können Regelungen, Möglichkeiten, Grenzen und Risiken bei der Anwendung von Zwangsmaßnahmen charakterisieren.
  • kennen Standards zum betrieblichen Sicherheitsmanagement und können bei speziellen Situationen bzw. Problemstellungen Lösungsansätze erarbeiten.

Ausbildungsschwerpunkt

Zentrales Anliegen der Trainerausbildung ist es die Teilnehmer in die Lage zu versetzen, in unterschiedlichen Situationen den Kontakt zu Patienten (Klienten, Bewohner etc.) aufrechtzuerhalten und somit aggressive Krisen zu überwinden und damit eine wirksame Behandlung/Betreuung aufrechtzuerhalten bzw. wieder möglich zu machen.
Die zentralen, dazu notwendigen, Kompetenzen, die die Teilnehmer erlangen und an ihre Kollegen vor Ort weitergeben sollen, können folgendermaßen beschrieben werden:

“[…] Grundhaltungen, Grundkompetenzen und Basisstrategien der Deeskalation in Gesundheitseinrichtungen, weisen einige Gemeinsamkeiten auf. Sie lassen sich in folgende vier Kompetenzfelder zusammenfassen:

  • Selbstmanagement – Kompetenter Umgang mit sich selbst
  • Wahrnehmungsmanagement – Kompetenter Umgang mit der Wahrnehmung der Umgebung
  • Kommunikationsmanagement – Kompetenter Umgang mit Kommunikation
  • Strukturmanagement – Kompetenter Umgang mit Abläufen und Strukturen

Die Multiplikatorenausbildung wird von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege und Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover/Landesunfallkasse Niedersachsen mit 1000€ pro Person bezuschusst.

Weitere Informationen finden sie hier und gerne können sie uns jederzeit kontaktieren.